Gewaltprävention

Präventionskonzept der Grundschule Wiesenfeld

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„Kinder streiten gerne, intensiv und oft. Anders als viele Erwachsene lassen sie dabei ihren Gefühlen freien Lauf und reißen immer wieder Grenzen ein.“

Treten an der GS Konflikte auf, hat sich das Kollegium der GS Wiesenfeld dazu entschlossen, ein fünfstufiges Interventionsmodell anzuwenden. Dieses soll in den vier Grundschuljahren eingeübt und trainiert werden.

Drei-Finger-Regel

1. Stoppbär

Bei einem auftretenden Konflikt sind die Schüler aufgefordert klar zu signalisieren, dass ihnen das Verhalten des Gegenübers missfällt. Dazu soll der Schüler einen festen Stand einnehmen, seinem Gegenüber ernst in die Augen blicken und mit tiefer Stimme laut „Stopp“ sagen.

2. Drei-Finger-Regel

Beim Zeigen des Daumens soll der „Verletzte“ das Geschehene benennen. Leitfrage: Was ist passiert?
Beim Zeigen des Zeigefingers wird die „Verletzung“ benannt. Leitfrage: Wie fühle ich mich dabei? – Ich – Botschaft.
Beim Zeigen des Mittelfingers äußert der „Verletzte“ seinen Wunsch für das zukünftige Miteinander.

Wenn diese zwei Stufen nicht erfolgreich sind, werden die Konflikte mithilfe der Streitschlichter oder im Klassenrat mit Unterstützung der Lehrkräfte gelöst.

Zusätzlich werden bei den Monatstreffen und im Musikunterricht unsere Lieder über den Stoppbären und die Drei-Finger-Regel gesungen.


Streitschlichter

Die Kinder lernen, dass es im Streit keinen Schuldigen und Unschuldigen gibt, sondern dass jeder seinen Anteil am Streit hat.
Anders als Erwachsene, die oft den Streit regeln, indem sie entscheiden, gehen die Streitschlichter durch gezieltes Fragen der Konfliktursache auf den Grund.

  • Was ist passiert?
  • Wie hast du dich gefühlt?
  • Was ist vor dem Streit passiert, das einen von euch geärgert hat?

Das grundlegende Ziel der Streitschlichtung durch Schüler ist, die Kinder selber eine Lösung finden zu lassen. Erst wenn es eine Lösung gibt, mit der beide einverstanden sind, ist der Konflikt beendet.
Damit die Kinder ihre Konflikte untereinander lösen können, werden folgende Schwerpunkte in dieser „Sitzung“ thematisiert:

Kommunikation

  • Gesprächsregeln erstellen
  • aktives Zuhören
  • Ich–Botschaften

Gefühle

  • Gefühle anderer erkennen
  • eigene Gefühle benennen und ausdrücken
  • mit schlechten Gefühlen umgehen

Rollenspiele von typischen Streitsituationen

  • lernen ein Streitgespräch zu leiten
  • die Ursache finden (niemand streitet grundlos)
  • Lösungsvorschläge finden

Nachdem diese sozialen Kompetenzen gefördert wurden, leisten die Streitschlichter Pausendienst auf dem Schulhof. Sie sind somit, neben der Pausenaufsicht, Ansprechpartner für die Schüler der Grundschule Wiesenfeld und leisten ihren Beitrag zu einem angenehmen Schulklima.


Klassenrat

Der Klassenrat ist ein Instrument des demokratischen Miteinanders. Durch den intensiven Austausch von Ideen kommt es zur Problemlösung. Es werden Haltungen entwickelt und Wertmaßstäbe gesetzt.
Schüler und Lehrkraft treffen sich regelmäßig zu einer festgelegten Zeit, um über konkrete Anliegen (Ausflüge, Projekte, Organisationsfragen, Probleme und Konflikte) zu beraten und möglichst einvernehmliche Lösungen zu finden. Selbstverständlich sind die Lehrkräfte der GS immer bereit, mit den Schülern über Konflikte zu sprechen und bei der Lösung zu helfen. Es ist uns aber wichtig, dass die Schüler lernen, sich an Regeln zu halten und auch Konflikte selber zu lösen.

 

Gewaltpräventionstage

Einmal im Halbjahr findet an der Grundschule Wiesenfeld ein Gewaltpräventionstag statt. Jede Klassenstufe beschäftigt sich an diesem Tag intensiv mit einem Schwerpunktthema. Die Themen bauen von der ersten bis zur vierten Klasse aufeinander auf. Das Konzept der Grundschule Wiesenfeld orientiert sich an dem "Handbuch Gewaltprävention in der Grundschule" von Günter Gugel.

Im Rahmen dieser Wochen finden zusätzlich für die Eltern Informationsabende statt, zu denen wir externe Fachkräfte einladen.